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Kategorie: Hayes

Hayes – Giftiger Wein – Kapitel 7

Hayes – Giftiger Wein – Kapitel 7

Das Feuer antwortete. Es hatte keinen Anfang und kein Ende, keine Stimme, keine Worte, aber es sprach. Das Glimmen der Fetzen, die den Feuerkessel verließen, hingen in der Luft, wanderten um das Skelett der Kreatur umher, als wollten sie es packen, wollten sie es mit ihrem eigenen Willen belegen. Für lange Zeit – zumindest fühlte Hayes das – blieb es bei diesem chaotischen Tanz, bis die Flocken davonstoben, ähnlich dämonenhaften Schmetterlingen oder vom Herbstwind fortgetriebenem Laub. Hayes schüttelte den Kopf,…

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Hayes – Giftiger Wein – Kapitel 6

Hayes – Giftiger Wein – Kapitel 6

Der Boden roch nach alten Füßen und noch älterem Wein. Die Treppe erinnerte an einen Abgrund. Irgendwo in der Ferne krochen Flammen an den in den Felsen gemeiselten Wänden entlang und verwandelten die Dämmerung in einen Tanz toter Schatten. Hayes rutschte an dem kalten Stein entlang, Bruder Johann ein paar Schritte hier ihr. Er wischte sich noch immer den Dreck von seiner Tracht. »Verrotte Weinbeeren«, murmelte er. »Ich werde die nächsten Tage nach verotteten Weinbeeren riechen.« Hayes zischte, reagierte aber…

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Hayes – Giftiger Wein – Kapitel 5

Hayes – Giftiger Wein – Kapitel 5

Der Mond hing am Himmel und sein Zwillingsbruder ein halbes Dutzend Minuten entfernt. Einige Sterne tanzten unaufhaltsam, jedoch vorsichtig, über den Himmel, umgeben von wolkenloser Stille. Auch die Burg nahm an diesem Ritual teil, jenem nächtlichem Schweigen. Der Herr des Himmels Aracus, wachte auf der anderen Seite dieses Balls aus Erde, Wasser, Mensch und Tier – in dieser Reihenfolge. Hayes lag auf ihrem harten Lager und rührte sich nicht. Ihre Augen fixierten die schwarze Decke über ihr. Ihre Hände lagen…

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Hayes – Giftiger Wein – Kapitel 4

Hayes – Giftiger Wein – Kapitel 4

»Deshalb sind wir hier.« Bruder Johann lehnte sich zurück, rülpste, pulte einen Fetzen Hühnerfleisch aus einer breiten Zahnlücke, betrachtete es und warf es zurück in seinen Mund. »Wegen des Weins.« »Und wegen des Erzpriesters.« Sein Bruder – er hatte sich nicht vorgestellt, aber das war klar gewesen – betrachtete Hayes und ihn mit zusammengekniffenen Augen. Seine Augenbrauen hatten die Dicke eines Fingers, waren fast schon weiß, dennoch schien er nur einen Hauch älter zu sein als Johann selbst. Vielleicht lag…

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Hayes – Giftiger Wein – Kapitel 3

Hayes – Giftiger Wein – Kapitel 3

Der Fluss rauschte unter der Brücke, die bei jedem Schritt Hildegards bebte. Die metallenen Haken, zwischen denen die starken Holzbretter hingen, knirschten. Der alte Mann hatte einen Heben bedient, der das Tor geöffnet und gleichzeitig die Bretter aus einem unterirdischen Lager an Ketten über die eisernen Seile gezogen hatte. Hayes musste sich eingestehen, dass dies eine hervorragende Technik war, dennoch war ihr mulmig zumute, das Krachen des Wassers über die Klippen unter ihr zu hören. »Das gehört dazu«, meinte Bruder…

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Hayes – Giftiger Wein – Kapitel 2

Hayes – Giftiger Wein – Kapitel 2

Das Gras hinter der Stadt erinnerte an ein grünes Meer. Der Wind ließ Wellen aufsteigen und versinken. Zwischen den riesigen Feldern ragten einzelne Bäume in den blauen Himmel hinauf, so hoch, als könnten sie die Wolken berühren, die wie Schiffe durch die endlose mittägliche Weite über Hayes Kopf fuhren. Ihre Augen waren halb geschlossen, als würde sie die Welt ausblenden, als würden ihre Gedanken Besitz von ihrem Körper ergreifen, ihn einsaugen wie eine alte Finsternis einen neuen Stern. Hildegard schritt…

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Hayes – Giftiger Wein – Kapitel 1

Hayes – Giftiger Wein – Kapitel 1

Hayes reiste nur ungern über die belebten Straßen Uruks. Die wenigen Reste der alten Zivilisation hing wie alte Zähne hinter den gemauerten Häusern, Lehmhütten und Zelten, die die letzten Meilen bis ins Zentrum der Stadt säumten. Die Leute starrten sie nicht nur an, sondern belagerten sie förmlich, bettelten um Geld und Aufmerksamkeit. Selbst Hayes persönliches Wappen, eine Klinge, die Blitze abstrahlte, zeigte keinen Erfolg, hielt niemanden davon ab, seine eigenen persönlichen Bedürfnisse oder Angebote in ihre Richtung zu kreischen. Hildegard…

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Hayes – Kristallwesen

Hayes – Kristallwesen

Die Höhle hing an der Felswand wie der zahnlose Mund eines schlafenden Riesen. Tief im Innern würde man Steine finden, die von der Decke zu Boden und zurück ragen würden. Dennoch waren sie nich die einzigen Dinge, die Hayes dort erwartete. Sie blickte sich um, betrachtete die Landschaft hinter ihrem Rücken. Die Wälder, dicke Tannen, umhüllt vom fetten Gestrüpp eines langen und feuchten Sommers, schwankten in der sanften Brise eines späten Herbstes umher. Ihr Pferd wieherte vorsichtig, als sie abstieg….

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