Das Tor des Sawta Klaws – 14

Das Tor des Sawta Klaws – 14

Noch 10 Tage. Oder sind es 9? Endet die Adventszeit mit dem 24. Dezember? Doch diese Fragen waren sinnlos, weil Rolf sie nicht dachte. Jemand anders dachte sie und vermied es, sie in seinen Kopf zu pflanzen, wie so viele seiner Reaktionen, so viele seiner vergessenen Fragen. Stattdessen stand er den beiden Männern gegenüber, die Ruprekt … ja was? Zusammengesetzt? Wiederbelebt? Erschaffen hatten? »Aber nein«, meinte Viktor und lächelte. Sein totes Gebiss strahlte heller als seine toten Augen. »Wir tun…

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Das Tor des Sawta Klaws – 13

Das Tor des Sawta Klaws – 13

Draußen war Tohuwabohu. Die Elfen saßen im Kreis, starrten auf den Weihnachtsbaum, der sich drehte, dessen Lichter flackerten, dessen Nadeln und Äste, also dessen ganze Dunkelheit mit einem Mal in den Vordergrund trat. Ruprekt fluchte und wanderte umher, packte Elfen, zerrte sie nach oben, befahl lautstark, dass der rituelle Gesang weiterzugehen hätte, aber sie reagierten kaum. Einzelne Elfen traten heran, anders als die anderen, eher Gruppenleiter als Untergebene und diskutierten mit wilden Handgesten, die jedoch von Ruprekt nicht nur ignoriert…

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Das Tor des Sawta Klaws – 12

Das Tor des Sawta Klaws – 12

Klar wartete Rolf. Und wartete. Und wartete. Und die Bilder, die im Licht tanzten, wurden nicht müde. Nur die Schatten wurden müde und manchmal, wenn sie gähnten, dann schimmerte das Licht durch ihre fleckigen Abdrücke im Gras und Rolf konnte darin Schnee erkennen, Eis und Schnee, so wie er es aus seiner Kindheit gekannt hatte. »Du musst uns helfen«, sagte Marie. »Die anderen leben unter dem Bann des Ruprekts, aber sie reagieren, wenn ich sie anspreche und wenn ich sie…

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Das Tor des Sawta Klaws – 11

Das Tor des Sawta Klaws – 11

Rolf saß am Feuer, doch diesmal an einem anderen. Die Hütte brannte. Alle Hütten brannten. Der Zug der Elfen wanderte bereits weiter, schweigend, wie eine Armee von Untoten. Nur Rolf saß noch da, starrte auf seine Füße, auf das Feuer, das brannte, die Flammen, die um ihn herum flackerten. Er war nicht allein. In einem der Feuer lag jemand, eine ihm unbekannte Person. Sie war grün, also die Kleidung. Und sie brannte nicht. Dafür brannte die Person in der Kleidung….

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Das Tor des Sawta Klaws – 10

Das Tor des Sawta Klaws – 10

Das Feuer war heiß und der Glühwein noch heißer. Dampf stieg auf und versetzte die Umwelt in Nebel. In einen Nebel, der von Licht und Bewegungen unterbrochen wurde. Der Glühwein war heiß und Rolfs Hände brannten, als würden sie schmelzen. Sie schmolzen nicht. Sie waren geschmolzen, als sie das fahle schneidende Mondlicht berührt hatten, waren frei von den Klauen des alten Mannes geworden, der ein Zauberer war. Sein sollte. Noch immer gab es Rolf keine Antwort auf die Frage, wer…

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Das Tor des Sawta Klaws – 9

Das Tor des Sawta Klaws – 9

Irgendwo in der Ferne sah er Licht, endlich, nach Stunden des Herumwanders, Herumtaumelns, sich von den Büschen und Ästen herumscheuchen lassens. Nun war er irgendwie nach Westen abgedriftet, zumindest sagte das der dumpfe rote Ton, der am Himmel klebte, eine Erinnerung an die Vergänglichkeit der Sonne über einer sich bewegenden Kugel. Sicher war diese Welt eine Kugel und keine flache Welt. Jedenfalls war da Licht und es lag so nah am Boden, dass es keinesfalls vom Himmel gefallen sein konnte,…

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Das Tor des Sawta Klaws – 8

Das Tor des Sawta Klaws – 8

Das Zimmer oder die Wohnung, die sich ihnen offenbarte, trug den Abdruck eines Jungesellen. Nicht nur, dass der Geruch an den vergilbten Versandhauskatalog einer zugemauerten Zelle erinnerte, auch die Kleidung lag über verschiedene Stühle gehängt, als würde man sie zeitnah wieder gebrauchen und als wären sie noch zu gut für die Waschmaschine. So im Ganzen war es für Rolf enttäuschend. Er hatte sich vorgestellt, dass das Turmzimmer, das sich ihm und seinen Begleitern offenbarte, mehr zu bieten haben würde. Dinge…

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Das Tor des Sawta Klaws – 7

Das Tor des Sawta Klaws – 7

Auf dem Berg stand ein Turm. Es war kein normaler Turm. Es war ja auch nicht eine normale Welt aus Fantasygeschichte. Oder doch? Der Turm war jedenfalls existent. Er konnte gesehen werden. Er war aber anders. Er wirkte wie ein Neubaublock, aber nur mit einer Wohnung pro Stockwerk. Er war kalt und kahl, grauer Beton und grauerer Stahl. Die Fenster, die eingelassen waren, starrten blind in die Welt hinaus, schwarz und undurchsichtig. Er wirkte wie die Absicht, keine Mauer zu…

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Das Tor des Sawta Klaws – 6

Das Tor des Sawta Klaws – 6

Der Morgen kam und der Geruch hatte sich leidlich verzogen. Oder vielleicht roch Rolf ihn nicht mehr so, weil er selbst so roch. Trotzdem hing hinter allem, hinter den Wänden der Häuser, hinter den schattenhaften Bewegungen der Anwohner dieser Stadt, die nahe den Bergen hing, der Geruch des Verfalls. Es war einfach so. Rolf hatte nie Angst vor Menschen gehabt. Er hatte sie nie als besonders gut oder schlecht betrachtet, nie als Feinde seiner Existenz. Er hatte nur versucht, sich…

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Das Tor des Sawta Klaws – 5

Das Tor des Sawta Klaws – 5

»Warum ist es offen?« Kingsur schaffte es, mit den Schultern zu zucken, zumindest einen Hauch. Annea redete für ihn. »Es war eine Vision, die wir teilten. Ich war unterwegs zwischen Amberg und Klingtol, ich stand an einer Weggablung. Es war kalt. Meine Gefährtinnen waren bereits davongeeilt. Der Tag war trübe geworden, als wäre es weiter im Jahr. Und da sah ich es.« Sie schluckte. »Es war ein Riss im Himmel. Glatt wie eine Tür. Diese Tür wurde langsam geöffnet. Ich…

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