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Kategorie: Frisches

Frische Gedanken

Hollquick – Kapitel 3

Hollquick – Kapitel 3

Wo bin ich? Ich erinnere mich an Schmerzen, die aus dem Balokarz geflossen sind, mehr als Tage vor meiner Entdeckung, dass das Visionum mehr ist als nur angedeutet – es ist eine Macht. Aber genug vom trantütigen Herumgewanke in eigener Seelennot. Naratomika. Ich kenne sie. Sie ist die von ihm, also vom Chef, Rockmusik-Accessor. Mein Kopf schmerzt. Irgendwie bin ich eine Viertelmeile von dem entfernt, was man Realität nennen könnte. Sind Wochen vergangen oder nur Tage? Mist. Richte dich auf,…

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Hollquick – Kapitel 2

Hollquick – Kapitel 2

Das Trampeln der Monster, die sich unserer Festung nähern, muss doch Balokarz aufgefallen sein! Ich kann nicht glauben, dass er dumm genug ist, einem einfachen Hämmern zu antworten, ohne das Sicherheits-Visiorum zu befragen. Vermutlich ist er wieder dicht. Dicht ist sein Wort für »Unter dem Einfachen Einfluss Extra Ekstatischer Eselsmilch« – Weißwein, der im Dorf nebenan gebaut wird, ohne Trauben, dafür mit extra »dicht«. Mist. »Balokarz!« Meine Beine zittern, als ich seinen Namen rufe, doch wie ich schon im vorherigen…

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Hollquick – Kapitel 1

Hollquick – Kapitel 1

Es blinkt. Das verdammte Ding blinkt wieder. Mist. Ich schaue auf die Uhr. Es ist kurz vor 10. Es ist Freitag. Wie üblich – »Guten Abend«, sage ich, »mein Name ist -« »Ja, guten Abend, ich bin Liqwrssa Mltqwwar.« Ich habe nichts verstanden und bitte um eine Wiederholung. Der Mann oder die Frau – wer auch immer – stoppt in ihrem Redefluss und atmet kurz ein. Doch, der Name war richtig. Ich fühle die Buchstaben in meinem Kopf aufsteigen, die…

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Vom Kriechen und Wandern

Vom Kriechen und Wandern

»Lassen Sie ihn in Ruhe«, ruft die alte Frau, deren Gesicht aussieht wie 50 Jahre Bier und Glimmstengel, doch ihre Stimme verhallt in den Tiefen der Ubahn-Station. Niemand mag sie hören; ihr Fluchen allein hebt die Augen der Besucher, ihre Gedanken folgen dem Draht in das Licht der Neonröhren. »Ruhe«, summt zwischen den Stahlpfeilern umher, die das Dach über dem Donnern der Bahnen zusammenhalten, sich entzerren, bleiben, verstummen. Sie meint mich und den alten Mann, der vor mir umherwankt, als…

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Der sterbende Krieger

Der sterbende Krieger

Schritt um Schritt schlurfen müde Füße über die eisbedeckte Wüste. Schritt um Schritt – die Klinge in Händen brennt, das Eisen ist zu Feuer geworden, das sich in die Haut gefressen hat. Schritt – um Schritt, stoppt, blickt sich um Wann hatte er das letzte Mal Menschen gesehen? Berge aus Eis säumen den Horizont, bedecken den Himmel, der grau über die Welt gelegt wurde; ein zorniger Gott hatte seine Hände ausgestreckt und die Welt in seiner schwieligen Haut versinken lassen….

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Die Fremden

Die Fremden

»Robert!« Brian wirbelt herum, sein Gesicht ist kalt wie der Oktoberwind, der sich durch die halbtoten Äste der großen Linde über ihm schiebt. Keine Antwort. Wieder versucht es der Junge: »Robert!« Stille liegt über der Lincoln Street. Ein fernes Auto hupt, doch nach Augenblicken verhallen die Echos der durchdrehenden Reifen in der Finsternis. »Mist«, flucht der Junge, schlägt sich die Hand vor den Mund. »Robert«, flüstert er zwischen seinen Fingern hindurch. »Wo bist du?« Brian kennt die Antwort. Robert ist…

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Die Lawine – eine Gegenfabel

Die Lawine – eine Gegenfabel

Es hing ein Echo über den Bergen. Steine polterten noch immer über die trockenen Hänge, unaufhaltsame Schläge, die Sträucher und Bäume mit sich rissen, als wären sie einfach nie dagewesen. Splitter schwebten für Augenblicke über die brodelnde Landschaft, erinnerten an winzige Schiffe, die ankerlos über ein Meer aus Zerstörung und Wut geworfen wurden. Die Luft war erfüllt vom Brüllen der Erde, die sich wie eine Schlange häutete, ob sie wollte oder nicht. Blanker Felsen leuchtete unter den frischen Wunden. Sonnenlicht…

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Das Meer im 3. Stock

Das Meer im 3. Stock

Er erwachte vom einem einzelnen »Pling«, das in der sonst so stillen Wohnung wie ein Paukenschlag wirkte. Vermutlich hatte er es nur geträumt, so tief in seine Decke gewickelt wie nur irgend möglich. In diesen Stunden des Träumens von vergangenen Dingen war alles möglich. Auch ein »Pling«. Es folgte ein weiteres. Dann ein drittes. Er schlug die Augen auf. Die Decke über ihm funkelte verwirrend grün, wie eine alte Bierflasche, nur viel fader, als wäre sie von langen Jahren Sonne…

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Winternacht

Winternacht

In dieser Nacht war es so kalt, dass selbst die Gaslaternen an den Straßen mißmutig flackerten, als ob Ihre Seelen im Eis verhungerten, das über den Glaskugeln hing, die sonst wie winzige Sonnen in der endlosen Finsternis wirken sollten. Freudige Menschen bedachten dieses Flimmern kaum, denn Ihre Gesichter waren auf die immer neuen Attraktionen gerichtet, die die Schaufenster der Kaufhäuser belebten. Nur noch 2 Wochen, dann wäre wieder einmal Weihnachten und Schwärme rotbäckiger Kinder und Erwachsener belagerten jeden freien Winkel,…

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Jason und die Finsternis

Jason und die Finsternis

Er sagte, dass er um exakt 23:30 Uhr da sein würde. Mit einem Koffer voller Geld. Ja, das hatte er gesagt. Koffer und Geld in einem Satz. Er ist nicht da. »Ich komm mir verarscht vor«, sagt Jason immer und immer wieder. Seine Worte hallen von den kahlen Wänden der ehemaligen Fabrik wider. Einzelne Kabel schwingen umher, erinnern an Saiten einer zerbrochenen Harfe. Es ist kalt. Der Wind schleicht durch die Löcher, dort, wo einst Fenster waren. »Verarscht«, lacht er,…

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