Der schaffende Schatten

Der schaffende Schatten

Es war der wandernde Schatten, der mich mich meinen Träumen verfolgte. Er lauerte in den düstersten Gassen Berlins, in den Blicken der Menschen, die mir begegneten. Er bedachte mich mit Flüchen in der tödlichen Leichtigkeit des nachmittäglichen Sonnenaufgangs und ich folgte ihm, durch die Tunnel der Großstadt. Ich war überall und er war genau dort, wo ich mich nicht traute, hinzugehen.

In der Sonne blieb er stets hinter mir und wenn ich mich umdrehte, grinste eine glanzlose Gestalt hinauf in mein Gesicht. Und er sprach von Welten, die ich mir nicht vorstellen konnte. Und ich sagte „nein!“ und stampfte und er grinste mich an, während ich den Kopf schüttelte. Doch als ich mich wehren wollte, verschwand er in einer der Rinnsteine der Großstadt.

Und dann fühlte ich mich einsam. Denn so sehr er ein Teil von mir war, war ich auch ein Teil von ihm.

Und da begriff ich, wir brauchten einander.  Er erschafft und ich verwandle…

Ganz gleich, ob man es Phantasie, Imagination oder Kreativität nennt… es existiert nur durch uns zwei, meinem Schatten und mich.

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