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Kategorie: Berlineritis

Geschichten um und durch und quer und sowieso: Berlin

Rattenmelodie

Rattenmelodie

Der Donner war verklungen. Die Lichter flackerten, hinterließen Echos in den Augen der Leute, deren Münder wie schwarze Löcher vor dem grauen Flimmern des Abgrunds wirkten.   “Was war das?”, fragte eine Frau.  “Was schon… weiß ich doch nicht”, brummte eine andere, die gerade versuchte, auf ihrem Smartphone eine Meldung abzuschicken – erfolglos.  “Meine Damen und Herren. Verzeihen Sie bitte die Umstände, aber die Bahn kann nicht weiterfahren … nicht für diesen Augenblick, nicht für längere Zeit. Bitte bleiben Sie ruhig….

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Dämon – Kapitel 4 – Brenda

Dämon – Kapitel 4 – Brenda

Es ist schade, dass keine Ferien sind. Es ist noch schlechter, dass dieser Tag auserwählt wurde, um als Sprechstunde für einzelne Eltern zu dienen, die gerade Montage in diese schlechte Schwingung bringen… die Welt wäre besser, wenn man die Arbeit nicht als Übel, sondern als Lebenswille ansehen würde; nicht als Opfergabe, sondern als Erlaubnis Gottes, seiner Existenz einen Zweck zu verleihen. Leider ist dem, als Bredna ihren Kopf vom Heft hebt, in das sie den Termin – Familie Hubert und…

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Dämon – Kapitel 3 – Paul

Dämon – Kapitel 3 – Paul

Der Wagen hat 97 PS, die selten genug völlig frei galloppieren können, aber »Top of the World« von den Carpenters, gesungen von der weichen Stimme der verstorbenen Karen, ist ein Lied, das zum gemächlichen Anpassen an den Berliner Straßenverkehr zwingt. Zu bedrückend war der frühe Tod der damals 33 jährigen, dass die Welt sogar für einen Augenblick den Atem anhielt, alle Kriege stoppten, jeder Schlag, jeder Kuss, jeder Tod eine Pause einlegte, um das hinterher mit einer Intensität auszugleichen, die…

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Lykas Skriptorium als kostenloses E-Book!

Lykas Skriptorium als kostenloses E-Book!

Was lesen Menschen? Bücher? Geschichten? Worte? Buchstaben? Töne… äh, egal… Jedenfalls möchte ich euch heute (und auch in Zukunft – voller Dankbarkeit) mein Blog, alle bisherigen 81 Projekte als E-Book anbieten. Das sind auch nur knapp 150.000 Worte oder fünfhundertirgendwas Seiten. Ich veröffentliche den Blog als MOBI, EPUB und als PDF-Datei, je nachdem, was bei euch funktioniert. Alle Projekte sind über ein Inhaltsverzeichnis aufrufbar. (Die Bücher habe ich über die aktuellen Kindle-Geräte getestet – funktioniert. Bei der Kindle-Software zickt die Schriftdarstellung…

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Vom Kriechen und Wandern

Vom Kriechen und Wandern

»Lassen Sie ihn in Ruhe«, ruft die alte Frau, deren Gesicht aussieht wie 50 Jahre Bier und Glimmstengel, doch ihre Stimme verhallt in den Tiefen der Ubahn-Station. Niemand mag sie hören; ihr Fluchen allein hebt die Augen der Besucher, ihre Gedanken folgen dem Draht in das Licht der Neonröhren. »Ruhe«, summt zwischen den Stahlpfeilern umher, die das Dach über dem Donnern der Bahnen zusammenhalten, sich entzerren, bleiben, verstummen. Sie meint mich und den alten Mann, der vor mir umherwankt, als…

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Zwei Schatten

Zwei Schatten

Ich sah die Gestalt vor mir auf dem Weg zur U-Bahn. Ihr riesiger Schatten schien die Welt auszulöschen, aber es war nur das taktisch schlecht platzierte Licht der Laternen an den weiß-bemalten Neubewohnerhäusern, die zeigen wollten, wie hip sie wären, in dem Sie diese Lämpchen von Dämmerung zu Dämmerung dahinschweifen liefen. Er war schneller als ich, ich wanderte langsam nach meinem Arbeitsabend durch die beginnende Nacht. Die Straße war fast leer, ein paar Fenster waren offen und hinterließen einen sanften Teppich…

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Die alte Finsternis

Die alte Finsternis

Die alte Finsternis lag über der Stadt, dunkel und flauschig wie ein ungereinigter Teppich, Jahrhundertealt und verkommen, so wie die Häuser unter ihm, von insektenhaften Menschen durchzogen, die nichts anderes zu tun hatten, als sich in das Licht zu flüchten, das ihnen die Angst nehmen sollte, ihnen stattdessen jedoch nur noch mehr Furcht erschuf, indem es Schatten an die Wand warf, wo sonst nur Einsamkeit herrschte. Ich war auf dem Weg zu einer Bar, um eine Frau zu treffen. Die…

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S-Bahn – Ein ganz besonderer Verkäufer

S-Bahn – Ein ganz besonderer Verkäufer

Die ästhetische Komponente der S-Bahn in dieser Stadt liegt im Vorbeiziehen der Häuser und Menschen, aus Tausenden wird eine kompakte Masse, wird eine Bewegte Existenz. Selbst wenn die Bahn steht, fließen Menschen hinein und hinaus, werden Menschen hineingetragen und hinausgefahren. Die Hereinkommenden werden entweder ignoriert oder misstrauisch betrachtet, nehmen sie doch Platz weg, Luft zum Atmen, kommen näher, schauen einen streng an, wenn man die Musik zu laut aufgedreht hat, reiben ihre Knie nah an die eigenen. Deshalb stehe ich…

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Berlin – Eine vorsichtige Warnung vor nächtlichen Begegnungen

Berlin – Eine vorsichtige Warnung vor nächtlichen Begegnungen

Von allen Kreaturen ist die nun beschriebene das erbarmungswürdigste aller Lebewesen, dies nur als Warnung. Sollten Sie Mitleid haben, nehmen Sie sich ruhig die Zeit, ihm in seiner natürlichen Umgebung zu begegnen, die Zeit zwischen Abend- und Morgendämmerung. Dann entscheiden Sie sich anders. Falls Sie nun also in der Dunkelheit in Berlin unterwegs sind, achten Sie besonders auf auffällige Humanoide. Sie erkennen die betreffenden an einem unwirklichen Gang auf 2 oder mehr Gliedmaßen. Grundsätzlich sind es 2 Beine, je nach…

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S-Bahn – Der wunderliche Rubikwürfel

S-Bahn – Der wunderliche Rubikwürfel

Die Sonne steht hinter dem Horizont und traut sich nicht, mehr als ein paar Strahlen auf den grauen Boden, auf dem Berlin steht, zu feuern. Hier, auf Schienen, dunkel und alt, rast, so behäbig wie möglich, eine S-Bahn entlang. Ich stehe darinnen, um diese Uhrzeit findet sich kein Sitzplatz und ich nutze meinen Blick über die Köpfe meiner Begleiter, um Ideen für Geschichten zu finden. Dieses Wetter und diese Tageszeit treibt alle in die Bahnen, unauffällige und schöne Menschen, stille…

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