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Kategorie: Augenblicke

Winternacht

Winternacht

In dieser Nacht war es so kalt, dass selbst die Gaslaternen an den Straßen mißmutig flackerten, als ob Ihre Seelen im Eis verhungerten, das über den Glaskugeln hing, die sonst wie winzige Sonnen in der endlosen Finsternis wirken sollten. Freudige Menschen bedachten dieses Flimmern kaum, denn Ihre Gesichter waren auf die immer neuen Attraktionen gerichtet, die die Schaufenster der Kaufhäuser belebten. Nur noch 2 Wochen, dann wäre wieder einmal Weihnachten und Schwärme rotbäckiger Kinder und Erwachsener belagerten jeden freien Winkel, der einen Einblick in die magischen Welten der Spielzeughändler und Kaufleute suchten, besonders jene, die fremde und verwirrend seltene Lebensmittel in samtenen Kissen ausstellten.

Doch nicht wenige, die ihre Hände in ihre Jackentaschen steckten, waren jene, deren Augenmerk mehr auf die braun-goldenen Flaschen richteten, deren Inhalte mit fremden schottischen Namen bemalt waren, die schon mehr magische Wirklichkeiten versprachen als die üblichen Flaschen, die man nur in papiernen Tüten aus den rauchdurchzogenen Kneipen tragen konnte, die etwas verkauften, was nicht ohne Grund „Feuerwasser“genannt wurde, billigsten Brandwein aus Ecken des Landes, in denen sich kein Mensch freiwillig getraut hätte. Ja, hier lagen und standen sie, die Tränke, die »Aqua Vitae«, die das Leben verlängern oder wenigstens verbessern sollten, zumindest für jene, die es es sich leisten konnte, die von den Preisen nicht zurückschrecken mussten wie Schafe vor Wölfen.

Hände und Nasen pressten sich gegen die Scheibe, verschmolzen mit dem Glas, dass es ein Vergnügen war, sie aus ihren Träumen zu reißen. Jeder wollte einmal genau dort stehen, wo man die Reichsten der Stadt sehen konnte, die in ihren Automobilen vor dem Eingang hielten, von behandschuhten Chauffeuren aus dem wohlig warmen Innenraum zur Tür geführt und von ebenso ausstaffierten Portieren unter hunderten winziger Verbeugungen ins Innere des Palastes geführt wurden, wo sie sich wie echte Könige und Königinnen fühlen durften, begafft von den zitternden Bauern, die jede Sekunde ihres Daseins den Träumen opferten, doch einmal einen Schatz zu finden und ebenso ein gern gesehenes Mitglied des Geldadels zu sein.

Doch nicht alle waren so erpicht darauf, ein Teil der Gruppe zu sein. Nein, denn dort an eben jenem gegenüberliegenden Laternenpfahl lehnte eine Gestalt, deren halbes Gesicht durch einen breitkrempigen Hut verdeckt war, deren Augen man doch erkennen konnte, erleuchtet vom Licht der Gier, die den Mann augenscheinlich seit Stunden warmhielt, denn dem aufmerksamen Betrachter wäre aufgefallen, dass der Mann im Wesentlichen nur einige Schritte gewandert war, seit er beim frühen Sonnenuntergang vor dem Kaufhaus eingetroffen war. Ein Dutzend bis zum Filter gerauchter Zigarettenstummel warteten neben seinem Trampelpfad darauf, von unaufmerksamen Fußgängern in das Flick-Muster aus Schnee und schwarzbraunen Grasresten gestampft zu werden.

Wieder leuchtete hinter dem Rauch eine neue Zigarette auf, wieder wischte er sich die Stirn. Wieso war er so aufgeregt? Doch auch wir können ihn nicht mehr fragen, sein Mund hätte ihn nicht verraten. So vergingen die endlosen Minuten, wurden zu Stunden. Schneeflocken legten ihr Gewicht auf die bereits niedergeschlagenen Scharen der halberfrorenen Träumer. Die Tür öffnete sich ein letztes Mal für diesen Abend. Eine bezaubernde Dame trat ins Freie, nieste entzückend in ihre Seidentaschentuch und rückte ihren Nerzmantel zurecht, bevor mehrere junge Männer im Livree dem Fahrer dabei helfen sollten, den weihnachtlichen Einkaufsrausch in den deutlich zu kleinen Kofferraum zu packen, was zu ermüdenden Diskussionen geführt hätte, wenn der Direktor des Hauses seine Augenbraue nicht gehoben und verkündet hätte, dass man selbstverständlich den Einkauf völlig kostenfrei in das herrschaftliche Haus am Stadtrand bringen würde, »innerhalb einer Stunde!«

Mit kaum merklichem Nicken entließ ihn die Angesprochene und stieg in ihr Gefährt, welches Augenblicke später stotternd zum Leben erwachte und sich vorsichtig den Weg durch die Schneedecke bahnte.

Nachdem er einige Befehle gebellt hatte, zwirbelte der Herr über 37 Angestellte und zwei Mätressen seinen Schnauzbart, bevor er sich nicht mehr mit den weiteren Schritten der Lieferung auseinandersetzte, stattdessen ins Haus eilte, das er nur wenige Minuten später vollständig bemantelt verließ. Auf seine Anweisungen hin wurde die Meute, die sich bereits in Auflösung befand, von den Fenstern vertrieben, welches seine Männer mit großer Freude jeden Abend tun, bevor metallene Fensterläden nach unten rasseln und einem unaufmerksamen Betrachter durchaus Nasen oder Hände kosten können.

Füße wanderten, zogen unbekannte Muster in den jungfräulichen Schnee, der in Böen vom Himmel fiel. Ein Sturm kündigte sich an; seine Finger tanzten durch die breiten Straßen der müden Stadt. Bald fand man hier nur noch das nikotinfarbene Licht der Gaslaterne und in seinem Schatten die Augen der wartenden Gestalt. Erst jetzt, als wäre er aus einem Schlaf erwacht, schüttelte sich der Mann und liess den noch brennenden Stummel seiner Zigarette fallen, betrachtete und zerdrückte die leere Schachtel, die er aus der Jackentasche gezogen hatte. Er schob eine Handvoll Schnee von seinem Hut; der Rest folgte von allein, als er sich langsam vom Laternenpfahl löste.

Zu behaupten, die Pakete der Einkäuferin würden schlecht behandelt, ist schamlos übertrieben, denn trotz der Eile, in der jene in den Lieferwagen gepackt wurden, waren die Angestellten des Kaufhauses überaus diskret und vorsichtig. Die Konzentration auf ihre Aufgabe blendete den Fremden aus, der um die Ecke wanderte, sich dem Tor näherte, dessen warmes Licht Muster in die peitschende Flockenflut malte. Das Leopardenmuster, das die Geduld auf den Mantel des Mannes gemalt hatte, wäre auch im Sonnenlicht kaum erfasst worden, doch jetzt, inmitten des Treibens, verschob sich der Hintergrund der unaufmerksamen Arbeiter kaum merklich.

Der Mann wurde zum Teil der schwarzfleckigen Tür, wandt sich um die Ecke, ging im richtigen Moment in die Knie, bevor ein weiterer namenloser Mitarbeiter an ihm vorbeiwanderte. Flüche knirschten in der Luft. Sie alle wollten nach Hause, ins Warme, ins Trockene, in die Arme der Frauen und Geliebten, wollten essen und trinken, vielleicht sogar wärmende Umarmungen erhalten in dieser Dezembernacht.

Lautes Knattern bestätigte endlich, dass die Arbeit getan ist. Die Pakete waren auf dem Weg und wenn es der Herr Direktor versprach, dann ohne Zweifel innerhalb einer Stunde in jenem Viertel, das man nur aus Romanen kennt. Der Fremde musste nicht lang warten, bis der vielstimmige Chor sein Lied beendet hatte, denn das Tor entließ ein erleichtertes Knarren, als es endlich zufallen durfte. Stille griff um sich wie die Hand eines Riesen.

Schlüssel sangen leise im Hintergrund, Schritte marschierten, besser, sie schlurften über den Boden. Man kannte den bärtigen Wächter, dessen Namen so unaussprechlich geworden war wie sein ausgeblichenes Namensschild, nur aus Erzählungen. Manch einer behauptete, er wäre der Gründer des Kaufhauses gewesen, andere, er sei ein verwirrter Spross des Vorbesitzers. All diese Dinge waren jedoch sinnlos, denn der Fremde hatte nicht vor, ihn zu betrachten.

Monate waren ins Land gegangen, seit diese staubige Flasche in seinen Augenwinkel gewandert war. Ein Zufallsfund, möchte man behaupten, doch für ihn war es Schicksal gewesen. Sie stand am Rande eines Regals, weit entfernt von den übrigen glitzernden Flaschen, die ihren Ruhm vor sich hertrugen wie ordenbehängte Generäle. Doch nur ein Vermögen hätte sie ausgelöst. Deshalb stand sie noch immer dort, am Rand des Regals, aufmerksam betrachtet von vorbeiwanderten Augenpaaren, die vollständige Macht über dieses Kaufhaus hatten. Ja, jeder hier wusste, was sie wert war, seit der Fremde sie aus dem Regal gezogen und betrachtet hatte. Sein Blick hatte ihre Aufmerksamkeit erregt, hatte für den Bruchteil eines Augenblicks ihren wahren Wert erfasst. Damals hatte er sie ins Regal zurückgestellt, sie sogar nach hinten verschoben, weil sie teuer war, doch der nächste Besuch, nur wenige Stunden später, hatte den Rahmen seines Verdienstes gesprengt, selbst wenn er ein Jahrhundert gespart hätte. Er hatte das Lachen des Herrn Direktor in seinem Büro hören können, als dieser eine Audienz ablehnte. Dass er sich ja nicht getrauen sollte, einen weiteren Versuch zu tätigen, sie für einen lächerlichen Preis zu erwerben. Ein Lachen, das Dankbarkeit verspottete.

Diese Nacht war magisch. Die Welt heulte im Rausch des Schneesturms und nur ein einzelner Wachmann wartete darauf, den Morgen zu erleben. Der Fremde huschte von Regal zu Regal, übersah die Schatten nicht, die sich bewegten. Jeder Augenblick war ein Zeichen des Schicksals. Die Schritte des Wachmanns polterten in der Ferne, ein Stuhl rutschte über die Fliesen, knarrte wie ein schlafender Hund. All die Lichter und Gerüche waren nur Abglanz der magischen Flasche.

Das Regal erschien ihm wie der Palast eines vergessenen Königreichs und die Flasche musste befreit werden. Sie war einzigartig und ihre Magie brannte in seinem Herzen. Mit jeder Faser seines Körpers streckte er sich ihr entgegen. Wogen von Feuer rollten durch seinen Körper. Schnee vermischte sich mit seinem Schweiß, verbrannte seine Augen, doch dies war nicht wichtig. Seine Fingerkuppen fühlten den Staub auf dem Glas, als wäre er eine Landkarte in eine fremde Welt.

»Hey!«

Der Fremde musste seinen Kopf nicht drehen. Doch mit einem alten Mann würde er fertig werden, wenn er es wollte. Doch dies war nicht wichtig. Seine Augen brannten, sein Wille war unaufhaltsam!

Das Preisschild riss unter dem Sturm seiner Fingernägel, doch die Flasche löste sich nicht von ihrem Platz, kämpfte gegen ihn, gegen ihren Retter! Er musste näher heran. Seine Fußzehen bohrten sich in die dünnen Schuhsohlen, die die Kälte bisher kaum erträglich gemacht hatten. Als wäre das Schicksal ein Hofnarr und der Mensch nur ein hilfloser König, merkte der Fremde erst jetzt, was er versäumt hatte. Er blickte nach unten, starrte in den Spiegel einer Pfütze, die sein verzerrtes Gesicht in Wellen herumwarf.

Der Boden, als wäre er ein Feind, nahm ihm mit einem Schlag das Gleichgewicht. Er taumelte, versuchte, irgendeinen Halt zu finden, doch seine Hand fand in diesem Augenblick nur das einzig falsche. Der Staub aus Jahrzehnten verschmolz mit in seine Haut. Die Augen des Fremden öffneten sich in beneidenswerter Langsamkeit, während er zu Boden rutschte. Es knackte so laut, als würde sich die Erde öffnen und der Geruch generationenalten Whiskys überflutete die zimttrunkene Luft des vorweihnachtlichen Kaufhauses.

Die Flut aus Alkohol und Glas traf ihn wie der Hieb eines urzeitlichen Monsters, einer vergessenen Legende aus seinen Alpträumen. Bilder von Gefängnis schossen durch seinen Kopf, doch nur im Hintergrund seines Verstandes, der leise gurgelnd unter dem Rauschen seiner Panik ertrank. Weitere Flaschen prasselten auf ihn nieder, zerbarsten um ihn herum, tränkten seinen Mantel und Hut mit den Träumen der namenlosen Betrachter, die ihre Nasen und Gesichter auch morgen wieder an das Glasscheibe pressen würden.

Der Fremde, dessen Namen niemand erfuhr, übersah dankbarerweise die Hände, die ihn aus dem Haus zerrten. Was aus ihm geworden ist, steht in den Sternen, denn keine Zeitung hat je sein Bild oder Namen veröffentlicht. Manch einer behauptet sogar, dass er diese Nacht nicht überlebt hätte, dass man nur eine Leiche aus dem Haus gezerrt hätte, zermalmt von dutzenden Flaschen billigsten Alkohols, die ihm Kopf und Gesicht zerschlagen hätten, doch dies gehört wohl nur ins Reich der Legende, ebenso wie die Tatsache, dass kein Mensch jemals für eine so teure Flasche verstaubten Whiskys geopfert hätte.

Blumenmuster und Zigarettenrauch

Blumenmuster und Zigarettenrauch

In der Ferne übt ein Kind Saxophon. Es kann auch ein Roboter sein, ein Anfänger in Sachen »Ich kann Musik machen«, doch es ist fraglich. Ich starre in den Rauch meiner letzten Zigarette, bevor ich aufhöre. Regentropfen zischen in der Glut, versuchen, die letzten Reste des Tabaks zu vernichten, bevor ich es tun kann. Rinnsale glänzen, den Spuren von Klauen gleich, auf der Tapete, soweit sie sich noch nicht von der Wand gelöst hat. Manchmal ziehe ich lange Streifen vom Holz, Blumenmuster, die in meiner Hand zerfallen. Bald werden die ganzen Wände hier grau von Schimmelpilzen und Resten des Leims sein. Ich hasse mein Büro.

Meine Füße zucken, als jemand an die Tür klopft. »Herein«, sage ich, hoffe, dass mich niemand hört. Der Schatten vor dem Fenster bewegt sich, dann tritt ein Skelett ein. Nein, es ist nur eine Frau. Metall glitzert an dort, wo andere Menschen Gelenke haben. Sie ist echt, kein Zweifel, kein Roboter wäre blöd genug, sich halb menschlich zu verkleiden. Dafür sind sie zu intelligent … oder zu dumm.

»Was kann ich für Sie tun?«

Ihre Augen leuchten, Scheinwerfer im Halbdunkel meines Büros schweifen umher. Es ist nicht sie, sondern eine Drohne, die nach freien Wohnungen sucht. Der Wohnungsmarkt ist scheiße, aber die ganzen Reformierten brauchen Platz und kein Gesetz verbietet es, freie Zimmer zu vermieten.

»Ich suche meinen Vater.«

Sanft wie Rosen, ihre Stimme erinnert mich an geschmolzenen Samt. Ich nicke.

»Setzen Sie sich doch.«

»Hier?«

Sie sucht nach einem Stuhl. Ich habe keinen zweiten. Das fällt mir erst jetzt ein, aber gut, sie ist auch meine erste Klientin. Ich zucke mit den Schultern. Ziehe an der Zigarette.

»Dann nicht. Wie Sie wollen.«

Sie schweigt, weiß augenscheinlich nicht, was sie sagen soll, also spreche ich für sie.

»Ich suche meinen Vater… weiter? Informationen geben weiteren Informationen Geburt, Basis, Grundlage.«

»Tropft es hier immer so stark?«

»Sie sind neu hier, nehme ich an, Miss …«

»Montague. Ja, ich bin neu hier. Mein Schiff ist gestern hier gelandet.«

»Mein …«

»Mein Schiff. Wissen Sie, Sie sind ganz schön reizbar, glaube ich.«
»Schätzchen, ich bin nur eine Projektion Ihres Verstandes«, sage ich, ziehe die Asche bis zum Filter der Zigarette, lasse den Stummel fallen, während ich den Rauch betrachte der sich zwischen mich und Miss Montague legt. Die Glut zischt, dann ist sie tot. Ich ziehe aus meiner Manteltasche eine weitere Zigarette. Die letzte. Sie sieht aus wie ein abgestürztes Raumschiff.

Die Frau betrachtet mich schweigend. Reformierte reden nicht viel. Reden ist Zeitverschwendung. Genau wie Sex oder Rauchen.

»Möchten Sie eine?«, frage ich. Sie schüttelt den Kopf. Hab ich mir gedacht.

»Mein Vater ist Ludwig Montague. Ich habe ihn seit Jahren nicht mehr gesehen. Nicht, seit ich mich entschlossen habe, den Mars zu besuchen.«

»Sie meinen Mond …«

»Mars. Der rote Planet. Das hat nur nicht geklappt und ich bin nur bis zum Mond gekommen.«

Mars ist heretisch angehaucht, Tod und Krieg leben dort Hand in Hand. Außerdem lebt dort kein Mensch, nur ein paar Roboter, die Schach spielen. Tod und Krieg halt.

»Ihr Vater hat das nicht gemocht?«

»Mein Vater hat mich immer unterstützt und unterschätzt. Ein klassischer Akademiker. Dann ist er abgedriftet, Tabak und Roboter, Alkohol und Bücher. Detektivromane. Taschenbücher. Jazzmusik.« Sie schüttelt den Kopf. Ihre Gelenke quietschen.

»Und ich soll ihn suchen, weil …«

Sie fällt mir ins Wort. »töten. Seine Seele ist Teil meiner Seele und ich muss frei werden von ihm. Verstehen Sie?« Ihre Hände knallen auf den Schreibtisch. Brocken von Holz platschen in den See unter meinem Sessel.

»Was ist schon eine Seele, Frau Montague? Nur eine Ansammlung von Erinnerungen, von Träumen, von Wünschen. Sie müssen ihn nicht finden. Sie müssen ihm nur vergeben. Lehrt das nicht ihre …«

»Ich bin keine … ich bin nur ein Mensch.«

»Mit Roboterteilen an sich.«

»Alles unter der gesetzlichen Regelung. Reden Sie nicht. Finden Sie ihn.«

»Kann ich nicht, sorry.«

Ich ziehe an meiner Zigarette. Sie schmeckt nach Tabak und Jazzmusik. Ich spucke aus. Hier ist eh alles im Arsch.

»Wieso nicht?«, fragt sie, ihre Augen brennen. Ich merke, dass sie mir nicht glaubt.

»Weil ich einfach nicht existiere, Miss Montague.«

Sie reißt ein Stück aus dem Tisch, riecht daran, wirft es weg.

»Sie sind echt!«

»Leider nicht, junge Dame. Sehen Sie sich um. Kann ein Mensch so überleben?«

»Dann sind Sie ein Roboter!«

Ich lächele. »Nein. Ein Roboter darf kein Detektiv sein.«

»Was sind Sie dann?« Sie tritt nach vorn, schlägt zu. Holz zerbirst unter ihren Metallknochen. Noch ein Schlag und mein Schreibtisch klappt auseinander wie eine alte Zeitung. Meine Füße schweben weiterhin in der Luft.

»Ich bin nur ein Konstrukt aus ihren eigenen Wünschen. Sie sind vermutlich gar nicht die Tochter Montague, eher der Vater. Hier …«, sage ich und fummle in meiner Jacke herum, ziehe eine Pistole hervor. Schwarzglänzendes Metall brennt in meiner Haut, dann werfe ich ihr die Waffe zu. Sie fängt sie. »Versuchen Sie es.«

»Was?« Ihre Stimme zittert, das ferne Saxophon heult auf, die Drohne draußen flattert weiter, Enttäuschung quält ihre Maschinen.

Sie packt den Griff, hält sich die Pistole an den Kopf, das Kinn, die Brust, Metall kratzt an Metall. »Sie lügen«, stellt sie fest, deutet mit der Waffe auf mich, drückt ab. Ein Schuss löst sich. Es knallt, Echos überlagern sich. Es platscht. Die Waffe liegt im See unter mir, Wellen verweilen an der Stelle, wo »Miss Montague« gestanden hat, doch die Erinnerung verfliegt sofort wieder.

Ich ziehe eine Zigarette aus meiner Jacke, die letzte, die ich habe und lausche, wie ein Kind Saxophon übt, irgendwo hinter den Wänden, an denen gemalte Blumen verfaulen.

Platzregen

Platzregen

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Der Pfad – Eine Erinnerung

Der Pfad – Eine Erinnerung

Wenn immer ich mich an meine Kindheit erinnere, denke ich an den Pfad. Gut, für die Großen, Erwachsenen ist es keine echte Herausforderung, den eingezäunten Pfad zwischen zwei getrennten Teilen meiner Heimatstadt zu betreten, aber für mich war es, so oft ich mich auch beherrschen wollte, ein lebendig gewordener Alptraum.

Du musst es dir so vorstellen:

Der Weg hinauf in den Pfad ist so schmal, dass nur ein einzelner Erwachsener ihn beschreiten kann. Es ist kaum möglich, einem möglichen Entgegenkommenden auszuweichen, weil rechts von dir ein Abgrund lauert; die Bäume, die einst den Abhang stützten, wurden ausgelöscht, abgehackt, verbrannt, vernichtet. Nun findest du dort nur noch Dreck, kaum fähig, dich zu stützen, wenn du den Halt verlierst. Auf der linken Seite ein Zaun, hinter dem ein Grundstück auf seine Gäste wartet, daneben, und über den Geruch wirst du sicher nicht erfreut sein: Ein Hühnerstall… wenigstens im Winter erträglich, aber dann möchtest du noch weniger den Gang betreten… denn die Angst, die du in den nächsten Erleben wirst, zehrt von der Finsternis, der du begegnen wirst.

Aus der Entfernung mag der Pfad winzig erscheinen, aber jeder Schritt, der dich hineinträgt, verlängert den Weg bis zum anderen Ende, bis zum Ausgang. Dort, in einer Entfernung, die du nie überwinden wirst, ohne an Herzrasen oder an anderen Dingen zu sterben, wartet die Rettung.

Doch genug von der Hoffnung, es ist noch ein weiter Weg. Aus dem Zaun, den du vor dem Weg in den Abgrund deines Angst noch sehen wirst, beugt sich eine Hecke in deine Richtung. Welches Glück du im Sommer hast, wenn Blätter dich an der Wange streifen, während du dich aufmachst, die Dunkelheit zu betreten. Im Winter jedoch kratzen Finger toter Hände an deiner Kleidung, zerren dich in eine Welt, die du nie betreten willst, biegen sich dir nach, wenn du an Ihnen vorbei schleichst, als hätten sie Augen, die nur auf dich warten.

Auf der rechten Seite, wenn du überlebt hast, wird dir ein großer Garten gezeigt, in dem sonst Menschen feiern, Kinder spielen, um die Birken laufen, sich verstecken, doch nicht im Winter. Du versuchst, dein Keuchen zu unterdrücken, damit du deinen Schritten im Schnee lauschen kannst, dem Knarren deiner Schuhe , wenn Sie die weiße Pracht zusammenpressen, Spuren hinterlassen. Spuren, denen du folgen möchtest, falls du doch noch umkehren würdest, ein paar Schritte, dann wärst du wieder frei.

Die schwarzen Augen der Birken folgen dir, wispern im Rauschen des Winterwinds Geschichten über verlorene Kinder, die vor Jahren erfroren sind, deren Geister noch immer die Hände Ihrer Eltern suchen und nur deinen Anorak finden, sich daran festklammern, flehen und zittern, während du, nur du, sie hören kannst.

Der Pfad wird schmaler, während du ihn beschreitest. Die Zäune beugen sich unter der Last der Jahre hinunter, berühren sich fast an ihren oberen Rändern, während die Hecken ihr Bestes tun, um die Illusion zu verstärken, du seist gefangen, doch du bist es nicht, nicht für diesen Augenblick.

Hörst du das Knurren? Ich höre es, noch immer in meinen Träumen. Das Knurren wird lauter und lauter, bis das Tier, der Hund, bellend, zeternd, kreischend, die Zähne gefletscht auf dich zustürmt, nur von einer Kette gehalten, die zu dünn für seinen Hals wirkt, seinen Kopf nur ein paar Handbreit vor deinem Gesicht stoppen lässt, das diese zornige Kreatur dir zerfleischen würde, wenn Sie könnte. Unfähig, dich für Augenblicke zu bewegen, erstarrst du zu Eis, denn jeder kleine Schritt lässt diese Bestie glauben, du wärst Futter, ein kleiner Snack vor Mitternacht.

Das Bellen des Tiers folgt einem, trotz vorsichtiger Schritte und in der Ferne erblickst du tatsächlich den Ausgang. Bald hast du es geschafft… falls nicht… Du wirbelst herum. War da was? Vermutlich nur Schnee, der von den Ästen herunter geweht wurde. Am anderen Ende, von dem du gekommen bist, hat sich doch etwas bewegt! Du starrst hin, versuchst etwas in der Dämmerung des frühen Nachmittags zu erkennen. Da ist doch jemand. Deine Füße bewegen sich fort, rückwärts, erst vorsichtig, dann schneller, dann drehst du dich um und rennst los. Es kann nicht so schnell sein, doch nur Augenblicke später fühlst du seine Fingernägel an deiner Kapuze kratzen, fühlst, wie du an einen Zaun knallst, nur um im nächsten Augenblick Schnee in den Nacken zu bekommen, weil deine Aktion einen Ast gelöst hat, der nach oben schnellt und seiner Last an Winterwunderland befreit wird. Für dich jedoch, mein Freund, ist der Schnee eine Hand, seine Hand, die des Todes, die des Vergessenwerdens. Die Brücke, kaum einen Meter breit, die über den Bach in den Karpfenteich eines der Anwohner fließt, siehst du kaum noch, hörst nur das Knirschen der Bretter unter dir und schießt, nur wenige Schritte davon entfernt, hinaus ins Freie.

Du schüttelst dir den Schnee, dessen Schmelzwasser schon den Nacken hinunterläuft, vom Hals und blickst im Augenwinkel hinter dich. Dort ist, wie so oft, niemand, keine Gestalt aus Ästen und Zweigen, keine Kinder, die mit dir spielen wollen… nur der Pfad, der wieder daliegt, als wäre nichts geschehen, dessen Boden mit deinen, nur deinen Stiefelabdrücken gesät ist, deren Schatten sich im Dämmern des beginnenden Abends auflösen.. dessen Zweige, Händen gleich, Abschied winken und der Wind, der durch die kahlen Hecken weht, ein Versprechen flüstert… auf dich zu warten, auf dich und auf mich zu warten, ganz gleich, wie groß und erwachsen wir uns hier, im Licht unserer allzu sicheren Wohnung fühlen.

als die Welt noch lebte

als die Welt noch lebte

Ich nehme den Gürtel und das Klackern der Revolver weckt Assoziatinen an Steine, die auf glatten Bergseen aufschlagen und weiterspringen, hell und klar. Die Sonne geht unter, doch ich muss weiter. Die Welt wird dunkel, doch das ist notwendig: im Sonnenlicht würde ich verbrennen. Ich bin kein Vampir oder sowas, die Sonne ist ein Feind geworden, bereits vor Jahren, als wir noch Hoffnungen hatten. Waffen sind nötig, weil dort draußen genug Feinde sind… Tiere, den mutierenden Strahlen des Sonnenlichts ausgesetzt; abgeschwächt durch die mangelnde Reflektionsfähigkeit des Mondes: die Nacht ist ein Freund. Es gibt nicht mehr viele Menschen, hier, auf dem kargen Land. Ich habe einen Preis bezahlt für das Zimmer… der Duft alten Fleisches, das in der Ecke vergammelt, wie lang schon? Monate? Ich persönlich sehe meine Wanderschaft als eine Art metaphysische Abstraktion einer Heldenreise: Herausgerissen aus meinem Leben als, wie kann man es beschreiben, Landschaftsumgestalter, Destruktivkünstler… doch, nun bin ich hier und die wenigen Sonnenstrahlen, die durch Lücken in den mit Brettern vernagelten Fenstern dringen, schmerzen. Erinnerungen kommen hoch, wie jedesmal… Ein Fernseher (laufen die noch? vermutlich nicht!) mit einem großen weissen Tier, einem… Panda?, der durch das selbe Ödland zieht, durch die Wüsten einer Erzählung…  wie hiess dieser Serie noch einmal? Wo wäre ich heute, über 20 Jahre später, ohne die Erziehung? Ohne diese… Inspiration, zu überleben, zu kämpfen, statt aufzugeben unter den Horden der Wesen, die die Nacht bevölkern? WO WÄRE ICH? vermutlich tot oder einer von Ihnen… Hätte es diese Serie nicht gegeben… dann gäbe es diesen Text nicht mehr…

Ich muss weiter: begleitet von dem guten Gefühl, damals etwas großartiges, grandioses, nein EPISCHES erlebt zu haben. Damals… als die Welt noch lebte. Und der Panda uns zeigte, was Überleben bedeutet.

Unterstützt den Panda!
http://www.pozible.com/index.php/archive/index/4813/description/0/0

-> http://mitteilungswahn.de/2012/01/26/panda-wasteland/

(ernsthaft. Unterstützt Kreativität! Und Pandas!)

 

Augenblick – Der Efeu

Augenblick – Der Efeu

Wenn ich von der Arbeit komme, also meistens in den Dämmerungs- oder Nachtstunden, starre ich manchmal sekundenlang in einen Friedhof hinein, der auf dem Weg liegt. In der Dämmerung kann man die dunklen Kreuze erkennen, hinter dem Hauch der Finsternis die unbeschienenen Platten sehen, dort, wo nichts mehr ist. Wo sie ruhen.

Einige Schritte weiter und ich erkenne ein Haus. Es ist komplett mit jenem dunkelgrünen Efeu behangen, der mich an das Haus meiner Großeltern erinnert, jedoch hängt es nicht nur an einer Seite herunter, sondern die sichtbaren Wände sind mit dieser seltsam lebendigen Farbe bedeckt.

Tagsüber leuchtet das Grün mir den Weg, doch in der Nacht, wenn die rot-grünen Ampeln Ihrer Pflicht nachgehen und die wenigen Menschen über die Straßen leuchten, dann saugen die schwarz-grünen Blätter das Licht aus der Welt und ich finde mich oft genug wieder, wie ich in diese Wand aus Blattwerk starre und mich frage, was Sie zu erzählen hätten, wenn sie reden könnten. Denn wenn sie beginnen, zu sprechen und zu rufen, dort, in meinen tiefsten Träumen, in denen die Wurzeln des Efeus nicht mehr im bröckelnden Mauerwerk des alten Friedhofshauses hängen, sondern sich einen Weg in meine Seele suchen, dann ist es zu spät.

Doch nun schüttele ich die melancholischen Gedanken fort, grüße den Radfahrer, der trotz meiner Grünphase meine Füße zu treffen versucht, und gehe zur Bahn. Und ich drehe mich nicht um, auch nicht, als ich aus dem Rauschen des Wesens hinter mir ganz klar meinen Namen höre.