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Monat: Juli 2012

Kimme und Korn

Kimme und Korn

Kimme – Korn
so einfach ist das.
Das bessere Auge auf das Ziel richten, Kimme und Korn
ausbalancieren und abdrücken.
wie ich schon sagte, so einfach ist das.

Nur manchmal reicht das nicht.
Es gibt gute und schlechte Gewehre und ich habe hier, in meinen
Händen, ein miserables. Es reicht nicht, dass es gut gewesen sein
kann, denn mein Verdacht ist, dass es darauf ausgelegt ist,
schlecht zu sein.

Aber das muss mich nicht kümmern. Immer und ganz vorsichtig atmen
und warten. Warten und hoffen, dass das Ziel, das man vor Augen
hat, mit dem Auftreffpunkt der Kugel einen Abstand von 0 erzeugt.

Kimme und Korn. Ich bräuchte tatsächlich mal was gebranntes, aber
in dieser Situation… nein. vielleicht später, wenn die ganze
Sache vorbei ist.

Es ist ein Versprechen, das hinter mir liegt: „Ich treffe das
Ziel, es ist so, wie ich es sage.“ Ihr Blick, es ist immer der
Blick einer Frau, zweifelte, doch ich schüttelte das miese Gefühl
ab. Sie haben meistens Unrecht, wenns um Situationen
geht, in denen sich nicht um dieses , dieses widerliche Handwerk kümmern müssen.

Es ist heiss und ich richte meinen Blick auf die Sonne. Sie brennt
sich in meinen Kopf, ich wische mir den Schweiss aus den Augen.
„Komm schon.“ Ihre Stimme ist in meinem Kopf. „Wir haben nicht
ewig Zeit.“ hat sie gesagt und ich sehe das Ziel der Kugel vor
meinem Auge hin und herwandern. Hin und Her.

Meine Hände sind ganz nass, Angst oder Hitze, was ist
der Unterschied, wenn das Gewehr rutschig wird, wenn jede kleine
Bewegung meiner Muskeln Kimme und Korn verschieben. Da ist es
wieder. Das Ziel. Ich drücke ab.

Ich drehe mich um, starre in eine Sonnenbrille. Hinter mir lacht
jemand. „Knapp daneben. Eine Papierrose für die kleine Freundin?“
„Hast du schon wieder mit geschlossenen Augen geschossen?“ Ich
blinzele. Psychose, vermutlich im Krieg geholt. „Mir ist
langweilig!“ sagt sie und deutet auf die Geisterbahn. „Los, gehen
wir da hin!“

Ich starre auf die Festung, hinter deren Mauern das Grauen lauert
und beginne zu zittern und die Seelen der Toten erheben sich in
den Himmel und rufen leise meinen Namen.en.