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Monat: Juli 2011

Der magische Affe – Affenhase – scherzhaft „Weihnachtsosterprimat“ genannt

Der magische Affe – Affenhase – scherzhaft „Weihnachtsosterprimat“ genannt

Vielen Dank, dass Sie so zahlreich erschienen sind. Wir von der „Robrockirock-Advertising plus“-Agentur wurden beauftragt, ein Modell zu entwickeln, welches, sagen wir einmal so, den Schwund auf dem Geschenkemarkt eindämmt.

Eine kleine Vorgeschichte:

Vor etwa 10 Jahren begannen, ausgelöst durch die aufkommenden „Social Networks“ bereits die Jüngsten damit, Dinge zu hinterfragen, mehr als sie, wenn wir einmal ehrlich sein wollen, fragen durften. Bereits nach 2 Jahren betrug die Akzeptanz eines „Weihnachtsmanns“ als Geschenkbringer nur noch 83% der unter 5jährigen, 3 Jahre darauf nor noch 61%. Dasselbe Phänomen konnten wir bei einer Umfrage zum Thema „Wer ist der Osterhase?“

Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass wir, meine Kollegen und ich, erfolgreich waren. „In welcher Hinsicht erfolgreich?“ fragen Sie und ich antworte Ihnen darauf mit „Wir haben die Lösung für das Problem. Wenn keiner mehr an einen dicken alten Mann in weiss-roten Klamotten glaubt, der mit der Geschwindigkeit des Lichts von Kamin zu Kamin springt, aus einem magischen Rucksack für alle Kinder Geschenke zaubert; wenn keiner mehr daran glaubt, dass der Hase Zuckerware und gefärbte Eier versteckt: dann erscheint der

 magische Affe

 Sie können ihn Affenhase nennen, oder wie wir ihn gerne scherzhaft bezeichnen: „Weihnachtsosterprimat.“

Ich bin mir sicher, dass Sie, werte Herrschaften, noch immer nicht überzeugt sind. Vertrauen Sie mir dieses Mal, wenn ich Ihnen mitteile, dass ich ebenso nicht daran geglaubt habe. „Ein Affe? Und er ist magisch?“

Ja, magisch. So einfach, dass bisher niemand darauf gekommen ist.

Doch, wenn es Berechnungen gibt, die den Weihnachtsmann mit Hilfe von Rentieren auf eine gewisse Geschwindigkeit festlegen, die sogar dem Osterhasen ein Geocaching-Gerät unterjubeln, um die besten Verstecke ausfindig zu machen. So nicht! Das wollen wir nicht.

Der magische Affe ist aus der Idee entstanden, dass er nicht berechnet werden kann, sondern einfach da ist, wo er ist. Er bewegt sich so schnell, weil er überall gleichzeitig sein kann. Physikalisch könnte man sagen: Die Welt springt um ihn herum, er bleibt immer an der selben Stelle: das sagen wir aber nicht. Er ist einfach nicht von dieser Welt.

Sie erkennen das auch an seiner Arbeitskleidung. Er trägt Mitternachtsblau, eine Farbe, die besonders unsere Damen ansprechend finden werden. Er trägt einen Zylinder mit Sternen darauf, trägt einen Spazierstock mit Silberkauf, was unsere männliche Zielgruppe interessant findet. Und er bringt Geschenke mit, aus einem Ranzen, der aus feinstem Regenbogenleder ist: magisches Regenbogenleder. Fragen Sie mich nicht, woher er dieses hat, wir werden dem magischen Hasen keine Vorgeschichte geben.

Sie fragen sicher: „Wieso?“ Dem kann ich entgegensetzen: Dem Weihnachtsmann hat seine Vergangenheit keinen Vorteil geboten. Über 1000 Jahre Sagen und Märchen: niemand glaubt mehr an ihn. Sie erinnern sich noch an den sogenannten Sandmann? Ja, wir bedauern sein Gehen sehr, aber die Fernsehanstalten haben, wenn wir so offen sind, nichts getan, sein langsames Verschwinden aufzuhalten. Ja, er wird nicht mehr wiederkommen.

Nein, nein, nein, dieses Schicksal war vorherbestimmt und deshalb sind wir hier, unserem Weihnachtsosterprimaten den richtigen Weg zu weisen, den Weg in die Herzen der Kinder und in die Brieftaschen der Eltern.

Vergessen Sie nicht, wenn Sie sich mit den Merchandising-Produkten beschäftigen, die wir bereits in unserem Portfolio haben:

Der magische Affe kann überall sein, wo Sie es wollen, er kann zaubern und er kann, weshalb wir dieses spezielle Tier gewählt haben, Kamine hinunter- und wieder hinaufklettern, und, wie niedlich, er trägt, wie dieser Fernseh-Schimpanse: eine Windel.

 

 

hcnurC giB

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Jedermann heutzutage weiss, dass die Welt, in der wir leben, nur ein Baustein in einem tetris-artigen Universum sind: perfekte Zustände von Raum und Zeit, von Konstanten und immer wiederkehrenden Versuchen „Mutter Naturs“ haben und in die Lage versetzt, hier zu sitzen, etwas zu lesen und dabei einen Schokoriegel zu kauen, während die Gravitation, nur als ein Beispiel, uns daran hindert, im All zu schweben mit Eispartikeln in unseren zerborstenen Lungen.

Die Menschheit an sich ist wohl nur eines der vielen Völker, die die Milchstraße bewohnt, ob klein oder groß, ob mechanisch, kohlestoffbasiert oder transzendiert, wir alle leiden noch immer an den Auswirkungen von Big Bang. Zumindest nennt man es, wenn aus einen unendlich kleinen Punkt ein Universum entsteht, so groß und mächtig, dass es für deren Innenlebende unendlich erscheint, bis man die Zahlen kennt und einen Beweis dafür bekommt, dass es tatsächlich unendlich sein muss, zumindest prozentual. Und das Universum ist auch leer, natürlich auch hier: prozentual.

Die Frage, wie der Big Bang sich entwickelt hat, wird noch immer diskutiert. Ich persönlich mag das Konzept eines schlagenden Herzens, das sich ausdehnt und wieder zusammenzieht. Der Big Crunch wird noch immer heftig diskutiert und irgendwann, wenn das Maximum unseres großen universellen Luftballons erreicht ist, wenn die Gravitation der Materie und der Energie erreicht ist, um die Ausdehnung… einzufangen, dann beginnt es.

Doch das Universum dehnt sich, bizarrerweise, immer schneller aus. Sagen Wissenschaftler, Physiker und Berechnungen zeigen dasselbe an. Ich bin kein Wissenschaftler und als Mensch mag ich den Stopp von Raum und Zeit genausowenig wie die Möglichkeit, eine wahre Unendlichkeit zu erfassen, wenn alle Materie erloschen ist, ein toter Luftballon genannt Weltraum. Dann doch lieber, wenn die Frage kommt, was am Scheidepunkt passiert, einen bizarren Gedanken zu erfassen: In welche Richtung bewegt sich denn nun unsere Zeit? Oder wie ich anders auszudrücken denke, kann ich das hier problemloser lesen als den Text „gerade eben“? ?tieZ eresnu nun nned hcis tgeweb gnuthciR ehclew nI :nessafre uz neknadeG nerrazib nenie ,treissap tknupediehcS ma saw ,tmmok egarF eid nnew ,rebeil hcod nnaD .muartleW tnnaneg nollabtfuL retot nie ,tsi nehcsolre eiretaM ella nnew ,nessafre uz tiekhcildnenU erhaw enie ,tiekhcilgöM eid eiw ginewosuaneg tieZ dnu muaR nov ppotS ned hci gam hcsneM sla dnu reltfahcsnessiW niek nib hcI .na eblessad negiez negnunhcereB dnu rekisyhP ,reltfahcsnessiW negaS .sua rellenhcs remmi ,esiewrerrazib ,hcis tnhed musrevinU sad hcoD

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7 Minuten

7 Minuten

„Test eins-zwei
Puh, das wäre geschafft. Frisch aus dem Winterschlaf drücke ich Tasten: Die Frontklappen meines Raumschiffs öffnen sich, und ich sehe die Sonne, den Mittelpunkt unseres Sonnensystems. Es sind noch exakt sieben Minuten bis zu Sonne, bis zum Ziel. Ich werde die Sache kurz machen, damit die letzten Daten, die ich habe, noch zur Erde gesendet werden können.
Gott sei meiner Seele gnädig…
Ich sitze hier in diesem zum Tode verurteilten, verdammten Raumschiff, mit einer minimalen Chance zu überleben. Ja, ich habe meine Familie verlassen. Heimlich, in der Nacht. Damit ich sie retten kann.

Sechseinhalb Minuten noch…
Es bestand von Anfang an bei uns Menschen der Drang, unsterblich zu werden und die Natur zu beherrschen. Nun, im Jahr 22. Jahrhundert haben wir es geschafft, die Sonne nutzbar zu machen, indem wir vor einiger Zeit ein winziges Wurmloch im Innern unseres Zentrums erschufen und die Energie der Sonne direkt in die Erdumlaufbahn schickten.
Die Völker, befreit von Energieproblemen, begannen, noch mehr Strom als sonst zu verbrauchen. Aufgrund der Strahlung wurden die Früchte auf unseren Feldern größer und gesünder. Wir wurden größer und stärker. Bis eines Tages eine Frau ein Kind zur Welt bringen wollte, eine Geschöpf, das seine Mutter bereits im Mutterleib tötete, weil es gigantisch war. ein Monster, furchtbar anzusehen.

 

Als die Menschen das sahen und weil es nicht nur ein Einzelfall war, brach eine Panik aus.

Weil die Wissenschaft versagt hatte, wurde die Rufe nach mächtigen Anführern laut, und so wurden die großen Bünde der Glaubenden geschlossen, kleingläubige Narren wurden zu Propheten, Menschenopfer wurden im Namen der großen Götter wieder populär…

 

……… Wissenschaftler wurden getötet, wie Vieh getötet. Ein Teil der alten Welt versank in Barbarei, in Anarchie, in eine selbstverzehrende Orgie von Gewalt und Blut, ohne Moral, ohne Sitte. wie Tiere.
Und niemand ahnte….

was ich, der letzte Wissenschaftler unseres Planeten, herausgefunden habe, so kurz vor den Punkt ohne Wiederkehr..
Die Erde wurde und wird noch immer von der Sonne mit Energie gespeist, noch schlimmer…vollgepumpt, und unser Planet selbst hatte begonnen, massive Mengen an radioaktiver und magnetischer Energie zu senden, die unser Erbgut und unser Denken veränderte. Wem hätte ich es sagen können? Um mein Leben zu retten und um das Leben meiner Familie zu retten, schwieg ich… baute heimlich an der Rettung für meine Heimat.
Nun bin ich auf dem Weg, die Sonne aufzuhalten.

3 Minuten… Ich sehe die Sonne vor mir und fühle, wie sie schrumpft, immer kleiner wird.. Wie ein Ballon, der seine Luft verliert. Erkenne voller Schmerz unsere Dummheit, unser menschliches Versagen. Die Gier der Menschen….

 

Ein gleißendes Licht, das durch den Filter meines Kabinenfensters strömt, lässt mich fast erblinden. Das Wurmloch, aaah, da ist es.
Ich werde meine Erfindung, eine Nukleonenbombe, eine Druckenergiebombe in die Sonne senden, so dass das Wurmloch weggeblasen wird und in der Finsternis des Raums ohne Energie einfach zusammenfällt.

Noch zwei Minuten…
Die letzten Einstellungen an der Bombe sind gemacht. Ich werfe sie ab. Wird’s mir gelingen , der Gravitation zu entkommen indem ich…an der Feuerhölle vorbeischlittere … mein kleines Leben rette

Vorsicht… Vorsicht…. nichts übereilen…
Wie sagte man früher? „Schießt zuerst, wenn ihr das Weiße im Auge des Feindes seht!“

 

Sie ist knapp, zu knapp, die Zeit, die meine Instrumente anzeigen.
Ich werfe ich die Bombe ab.
Ich wünsche nur, dass ich nicht zu voreilig war.
Leb wohl, Erde.

Noch eine Minute…
Die Bombe ist explodiert. Das gleißende Licht ist erloschen. Doch ich komme nicht weg. Ich werde von der Sonne weiter angezogen. Verglühe in einer Minute. Wenigstens die Erde ist gerettet.

Doch… was ist das?… Der Stern beginnt zu pulsieren, wird immer schneller. Als würde er sich wehren. Das…das…Licht blitzt hell und riesig auf. Und ein Schreien geht um in meinem Kopf… Im Flackern des Höllenfeuers sehe ich die Erde aufblitzen, als sei sie durch das gigantische Loch gesaugt worden.
Die Sonne frisst meine Erde. Nein, das… kann nicht sein!!! OOOOH GOTTTT.. und nun… nun schwillt die Sonne an, wie eine Schlange, die einen Hasen gefressen hat. Eine Lunge, die atmet ….Immer schneller und schneller, es ist heiß, ich verglühe, Heilige Mutter Gottes, es ist grauenvo“

<Hier endet die Aufzeichnung 13022099_P. Probant Nummer 7 wurde mit verschiedenen Lähmungserscheinungen aus dem Simulatorraum hinausgetragen. Alle Möglichkeiten einer Wiederherstellung seines Verstandes wurden ausgeschöpft und haben nicht funktioniert.

 

i. A. Dr. Ignatius Bromlid

Institut für Neuroinformatik Basel>
(c) Emanuel Mayer
02.07.2007

 

Nachtrag:  Ich hatte dieses Machwerk im Jahr 2007 zusammengebastelt und für eine Anthologie eingereicht. Ich bin nicht zufrieden mit diesem… Ding. Die Leute von der Redaktion auch nicht. Dennoch hier die Originalversion. Pures Vergessen… Ein Tipp: Wenn man die Geschichte entsprechend liest, dauert sie tatsächlich 7 Minuten. Ich habe eine Stoppuhr benutzt.

Lethe

Lethe

„Oh, ihr süßen Perlen, ihr“ flüstert er, die Finger ausgestreckt, über glitzernden Wellen des langsam dahinflüsternden dunklen Baches. Hingestreckt in ausgebleichten Stein fließt stinkendes Wasser aus der Dämmerung in die Finsternis hinter den letzten flammen untergegangenen Lebens. „Rubine, leuchtend wie die SOnne in ihren letzten Atemzügen, verdorrtes Gold aus den Fingern der Gefallenen, letzte Erinnerungen an die Welt. Oh Lethe, Fluss des Vergessens, oh Lethe, letzter Schritt in die Dunkelheit.“

„Was sagt der Alte?“
braune Zähne pressen sich ins licht, eine Zunge sticht zu, zieht sich zurück.

„Der ist wohl besoffen“
Eine Gestalt tritt aus dem Dunkel, geht einige Schritte, bleibt stehen. „Der ist wirklich komplett weggetreten, Alter!“

Die Zunge zeigt sich wieder. „COol. Hoffe, er halt noch genug Kohle für ne kleine Party.“

„Oh Lethe. Lethe, letzter Weg zurück, Verlust meines Seins.“

„Hey alter Mann“, Zunge tippt dem Alten auf die Schulter. Ein weisses Haupt, wenige Haare auf einen dürren Schädel, verschwommene Augen, zahnlose Lücken in einem Mund. „Verdammt, du bist wirklich ein Zombie, Mann.“ Zunge grinst.

„Gold. Gold. Soviel Gold, wie du haben willst, oh Krieger.“

„Echt? Geil!“ sagt der andere, kommt näher. „Moment, Mann. Der Alte hat ne Macke.“ Zunge richtet sich auf, hält seine Hand beschwichtigend hin. „Der Alte gehört mir.“

„Und? Was dann?“

„Ein Tritt und er liegt im Wasser, Mann.“ Zunge grinst. „Wer bist du, alter Mann?“

„Ich? Nur ein Krieger auf dem Weg heim. Nach Hause. Aber ich… Lethe… ich…“

„Tja, dann wirds Zeit, Mann“

Eine Gestalt rauscht durch die Nacht, durchbricht die Wasseroberfläche, zerreisst Reflektionen und Träume von verborgenen Schätzen.

„Der Alte kann fliiiiieeeeegeeeeen“ ruft Zunge. Sein Kumpel starrt in die plätschernde Finsternis. „Verdammt, mir fehlt seine Kohle!“

„Du hast Recht, Mann! Da ist seine Jacke.“ Er greift ins Wasser, packt sie und zieht sie hinaus. „Die hängt fest, Mann!“ Zunge packt mit an und sie zerren gemeinsam an dem Stück Stoff.

Arme winden sich aus dem nassen Nichts in die Luft, knorrige Hände packen die beiden kreischenden Gestalten und ziehen sie mit einem Ruck hinunter in die stinkende Brühe und ein Wesen aus Knochen und Sehnen zieht sich selbst hinaus aufs Land, schaut nicht zurück, folgt dem Ruf eines düsteren Gerichts und auf dem sich nun wieder ruhenden Bach treibt eine hellgraue Jacke hinab in die Ewigkeit.

Die Verbindung der Welt

Die Verbindung der Welt

und da stand er, gleich einer Antenne aus Staub und Stahl in mitten von gigantisch anmutenden Maulwurfhügeln und betrachtete gleich einer Ameise das Universum über ihm, so groß, so unendlich, so brennend kalt, dass es ihm in den Adern gefror. Er stand hier, inmitten der Welt, auf dem Gipfel seines Berges und lachte und dachte daran, wie er vor vielen Jahren seinen ersten Film gedreht hatte, ein kleines Super8-Meisterwerk namens: „Die tanzende Mandarine“ und an den Nachfolger „Der tanzende Zaun“ und wie er sich inmitten der Antarktis, der schwarzen Antarktis die lachenden Masken der Pinguine angeschaut hatte.

Ein kurzer Augenblick von Traurigkeit übermannte ihn, nun, da er das Ziel erreicht hatte. Er hatte sich nie aufhalten lassen, von der Akademie, von seinen Lehrern, von seinen abgefallenen Jüngern einer längst vergessen Kunst von Stummfilmen in Ultraviolett und von seinen Gönnern, die nach und nach dem Mainstream verfallen waren, dem dumpfen Folgen eines Drehbuchs, dem malerischen Bildkompositionswerk längst verstorbener Pinzettenfreaks und dem Hauch von spielerischer Unvernunft. „Der tanzende Schabernack“ lief nur noch nachts, wenn die Leute schliefen, als Bildschirmschoner in Untergrundkinos und die „Trilogie aus 25 Teilen“ namens „Hastoratium XUY“ war nicht einmal wirklich auf Video gelaufen, da waren die Bänder schon verglüht; unter dem erstarrten Gesicht eines dieser Produzenten-Geschöpfe tanzten tabakstinkende Flocken ihren ewigen Reigen.

Er heiratete seine Kamera-Frau, ein Geschöpft, nicht von dieser Welt. Er lief ausdauernd durch die Wellen des kaspischen Meeres, um eine Meerjungfrau zu fangen, die er im Augenwinkel erblickt hatte, er deutete Sandkastenformen als Zeichen längst vergangener Zukünfte, um Geld zu verdienen. Doch nun hatte er es geschafft, dank einem Blitzschlag aus der Steckdose, während er versucht hatte, die Aufnahme seiner Kamerafrau rückwärts laufen zu lassen, denn nun konnte er etwas erkennen, das alles übertrumpfte, was jemals in seinem Leben unvermittelbar war: Er konnte senden. Und als das Rauschen der Fernseher in seinen Nachbarwohnungen immer lauter wurde und die Schreie der Menschen überdeckte, war nur noch eine Zukunft wichtig: Er war der Sender einer neuen Sichtweise, seiner Sichtweise, die Evolution hatte gesprochen und siehe da er öffnet die Augen und aus dem Nichts sah er die Welt selbst aus seinen eigenen Augen entstehen und er tanzte seine Existenz in den Kosmos hinaus.