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Monat: April 2011

Die Marskriege von 1938. (M)ein Geständnis.

Die Marskriege von 1938. (M)ein Geständnis.

Sie können sich nicht vorstellen, welche Dinge ich in meinem unendlich kurzen Leben gesehen habe. Sie haben ja keine Ahnung davon, zu welchen Dingen die Menschen im Stande sind, wenn es nicht anders geht. Wenn sie glaube, dass es nicht anders geht. Jedenfalls sind die Leute ziemlich verrückt. Deshalb habe ich auch, bis ich 40 Jahre alt war, in einem dieser Irrenhäuser verbracht. Nein, nicht als das, was Sie denken, als ein Insasse oder so etwas. Nein, ich war, sagen…

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Die Wahrheit – eine Frühlingsmetamorphose

Die Wahrheit – eine Frühlingsmetamorphose

Tocktock, gleich einem winzigen Hammer klopft der Schnabel einer Amsel. Tocktock, wie ein finsteres Omen vibriert das dünne Fensterglas. Tocktock, dann flattert der Vogel hörbar davon und lässt sich auf einem der erblühenden Apfelbäume im Garten nieder, betrachtet mit schrägem Kopf das Haus. Keiner reagiert. Hätte die Amsel Schultern, sie würde jetzt damit zucken. Aufmerksam lauscht sie auf eine Reaktion, starrt auf das rot gefleckte Dach vor sich, wartet. Er verzieht sein Gesicht, doch der Traum ist verflogen. Die Last…

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Kamera-Licht-Aktion

Kamera-Licht-Aktion

„Mr. Slavis, wir begrüßen Sie zu dieser Sondersendung.“ „Dankeschön. Es ist gut, hier zu sein.“ „Wie fühlen Sie sich?“ „Gut. Etwas aufgeregt.“ „Das können wir alle nachfühlen.“ Klatschen. „Ist es nicht eigenartig, dass Sie nun hier sind? Kaum 24 Stunden aus ihrer Heimat geflohen und dann geben Sie gleich ein Konzert vor Hundertausenden Menschen.“ „Es ist natürlich, wie sagen Sie, eigenartig. In meiner Heimat, nun, bin ich zwar bekannt, aber unter der Herrschaft eines Diktators zu leben… ein schlechtes Gefühl.“…

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Das Lied – ein Märchen

Das Lied – ein Märchen

„Bist du da?“ Kein Geräusch hinter der Tür. Ich klopfe erneut. Nichts. Kein Geräusch, kein gar nichts. Vorsichtig schiebe ich meine Hand auf den Türknauf, drücke das dürre Holz von mir. Ich muss mich erst an das grelle Licht gewöhnen, erfasse den verhangenen Spiegel, den umgeworfenen Stuhl auf roter Auslegware. „Bist du da?“ frage ich noch einmal und irgendwo im Hintergrund stöhnt jemand. „Mann, wir müssen auf die Bühne. Teh Metal-Crowling-Company ist nichts ohne dich, Paul.“ Wieder stöhnt jemand. „Ich…

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EXAMINER No. 134

EXAMINER No. 134

Trüb senkt sich der Morgen über die Stadt wie ein flachschädliges Fischbrötchen, grau und stinkend. Aus den sich öffnenden Autotüren und Fenstern dringen abgestandene Musikkonserven voller Erinnerungen. Die Straße gleicht einem Teppich aus Hunde-Exkrementen und in den Staub getretenen Träumen. Er tritt aus der Tür und schaut sich diese Welt misstrauisch an. Aufgewärmter Kaffee von gestern blubbert flügellahm in seinem Magen, der sich sonst allgemeiner Leere erfreut. „Ich hätte schlafen sollen“, teilt er sich mit; seine Stimme klingt wie ein…

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Fahrstuhl – Smalltalk. Very small

Fahrstuhl – Smalltalk. Very small

Wie lang fahren wir schon? Wie was, fahren? Das ist doch kaum der Rede wert. Ich meine Sie meinen gar nichts. Das habe ich jetzt mal so festgelegt. Und wer sind Sie? Ich bin der Festleger. Also. Wie lange fahren wir jetzt schon. Ich weiß es nicht. Dann sind Sie der Nichtwisser. Und Sie? Ich? Ich wollte eigentlich zur Arbeit fahren. Meine Firma liegt im 25. Stockwerk und wir verkaufen… Schon gut. Unser Freund, der Festleger, hat bereits mit dem…

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Finger trifft Klingel

Finger trifft Klingel

Parkplätze? Wer braucht die denn? Vermutlich irgend so ein Wichtigtuer, der keine 20 Meter bis zum Hauseingang laufen muss, der einfach nicht weiß, was sich gehört. Parkplatz = lebenswichtig. Stattdessen 20 Runden fahren, bis sich mal ein winziger Renault, Marke 50er Jahre Vintage-Model mit angezogener Handbremse aus der Parkbucht entfernt, in die er auch kaum hineingepasst hat. Vorsichtig gibt das Auto Gas und… würgt sich ab. Warum? Wieso? Hab ich was gemacht? Oooh, dahinten kommt jemand von der Konkurrenz. Ich…

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Wanderung bei Flutlicht

Wanderung bei Flutlicht

In einer dieser dunklen Ecken der Welt wo die Sterne nicht scheinen in der ewigen Nacht da wartet ein Mann, kalt wie Stein mit einer Haut aus Angst sitzt still da und starrt hinaus in das Nichts.   Hörst du etwas? Ich höre nichts. Da ist nichts. Nur das Flüstern der Ewigkeit Nein, das Rasseln der Ketten des Schicksals Na was du alles hörst Flackernd bewegen sich Lichter über kahles Felsgestein Hoffentlich hält die Taschenlampe noch Egal, wir sind schon…

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Allein im Weltraum

Allein im Weltraum

Dunkelheit Überall nur Dunkelheit Und Stille Dumpfe Stille, nicht mehr als der Hauch der Atome, die sich in der Dunkelheit vor mir verbergen. Ich. Ich kann denken. Also lebe ich. Kann ich auch fühlen? Ohne Relation vergeht keine Zeit. Ohne Photonen kein Licht. Langsam flackert die Realität auf und düsterdunkles Rotlicht surrt inbrünstig durch die Weiten. Ich starre aus dem Fenster, erkenne die unendliche Leere da draußen. Kein Antrieb, der so leise arbeiten könnte. Kein Gefühl für Bewegung und doch…

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